Storyline:

Anfang der 1960er Jahre: Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges kommt es zu einer brisanten Zusammenarbeit zwischen den zwei Supermächten USA und Sowjetunion: CIA-Agent Napoleon Solo (Henry Cavill) und KGB-Spion Illya Kuryakin (Armie Hammer) sind gezwungen, die Feindseligkeiten ruhen zu lassen, um gemeinsam gegen ein geheimnisvolles internationales Verbrechersyndikat mit Verbindung zu Nazis vorzugehen, das eine Atomwaffe besitzt und somit das Gleichgewicht der Supermächte bedroht. Bei der Mission sind die Agenten auf die Hilfe der Tochter eines verschwundenen deutschen Wissenschaftlers angewiesen: Gaby Teller (Alicia Vikander). Nur sie ist in der Lage, Solo und Kuryakin in das Syndikat einzuschleusen. Zusammen mit Teller machen sich die zwei Spione an die Arbeit. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Quelle: Filmstarts

Eckdaten:

  • IMDb-Rating: (7.3 / 10)
  • Originaltitel: The Man from U.N.C.L.E. (2015)
  • Main-Cast: Henry Cavill, Armie Hammer, Alicia Vikander
  • Produktion: Warner Bros.
  • Regie: Guy Ritchie

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Review:

Disclaimer gleich zu Beginn: der/die ein oder andere wird sich wahrscheinlich denken „Was redet die da?“, aber ich habe versucht, den Beitrag so spoilerfrei wie möglich zu halten. Also nicht wundern, wenn der ein oder andere Twist des Films versteckt bleibt 😉

Mit „Codename U.N.C.L.E.“ hat Guy Ritchie eine wunderbare Agentenkomödie mit viel Witz und Sprücheklopferei geliefert. Der Film liefert einen gesunden Mix aus Spannung, Spaß und Action. Müsste ich den Film in einem Wort zusammenfassen, wäre es wohl schlichtweg: stylisch. Sowohl die Kulisse als auch Kostüme sind brilliant gewählt und passen herrlich in die Storyline. Guy Ritchie wird schließlich nicht umsonst der „britische Tarantino“ genannt. Viel kritisiert wurden die Agentenklischees und die „0815“-Story. Gerade das finde ich aber besonders sympathisch. Ja, mit der Story hat Ritchie das Rad sicher nicht neu erfunden, aber wollen wir das denn? Seit gefühlten 2000 Jahren sind Agenten-Filme gleich… und genau das erwarten wir doch auch! Ich erinnere hier gerne an Daniel Craig als James Bond: „Mimimi, der sieht ganz anders aus … mimimi, das ist nicht wie in den alten Filmen …“ Hopp oder Topp, Freunde. (By the way: Henry Cavill würde sich super als James Bond machen. Wie dieser Film übrigens sehr deutlich zeigt. Just saying.)

Zurück zum Thema: ich finde die Klischees klasse. Warum? Weil sie überspitzt und mit viel Witz verpackt aber nicht lächerlich sind. Auf der einen Seite haben wir mit Napoleon Solo (Henry Cavill) einen smarten Anzugträger á la James Bond. Auf der anderen Seite steht ein Patriot (Armie Hammer) durch und durch, der alles gerne „the russian way“ erledigt. Und auch der Bösewicht des Filmes (Elisabeth Debicki) macht ihrem Klischee alle Ehre: sie ist protzig und arrogant! Was will man mehr?

Die weiblichen Hauptrolle Gaby Teller (Alicia Vikander) entspricht zumindest anfangs einem (etwas seltsamen) deutschen Klischee. Für uns Deutsche ist das natürlich eher Quatsch, aber Klischee ist eben Klischee. (Wie oft kann man das Wort „Klischee“ in einem Beitrag unterbringen? Dear good lord …) Jedenfalls schraubt sie zu Beginn des Films fröhlich an einem Auto herum und benimmt sich irgendwie auch so. Barsch, ruppig, frech … ihr wisst was ich meine. Wenn ich einen Typ á la Henry Cavill vor mir hätte, wäre ich tendenziell etwas freundlicher, aber was weiß ich schon …

Mein persönliches Highlight des Filmes ist die Sprachenvielfalt. Ich empfehle jedem, der die Möglichkeit hat: schaut den Film definitiv in OV! Ansonsten geht euch diese Vielfalt natürlich verloren. Sowohl Henry Cavill als auch Armie Hammer und Alicia Vikander sprechen nicht ausschließlich Englisch, sondern auch hin und wieder Deutsch. Und ganz ehrlich? Henry Cavill und Armie Hammer haben’s echt drauf. Alicia Vikander… not so much. Das Blöde an der Sache: sie spielt die Deutsche in dem Trio. Bei ihr musste ich teilweise in den deutschen Dialogen den englischen Untertitel lesen um zu verstehen was los ist. Das ist natürlich etwas kontraproduktiv. Armie Hammer hingegen glänzt außerdem noch mit seinem Russisch, welhes für mich sehr überzeugend klingt. Ich kann aber auch kein Russisch, kann also theoretisch auch Quatsch sein. (Wobei man in dem Zug natürlich auch anmerken muss, dass alle Leute aus dem englisch-sprachigen Raum vermutlich auch nichts an Alicia Vikanders Deutschkenntnissen zu meckern haben … well …)

Mit tiefgründiger Psychologie darf man in einer solchen Agenten-/Spionagekomödie natürlich nicht rechnen, dennoch werden die Vorgeschichten der beiden Agenten minimal angeschnitten ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Zugegeben: ich kenne die Serie nicht, kann hier also nicht beurteilen inwiefern man der „alten“ Story treu geblieben ist.

Abgesehen davon darf man, meiner Meinung nach, auch die Musik nie vernachlässigen. Ich persönlich achte generell auf Filmmusik und bin der Meinung, dass diese oft ignoriert oder zumindest nicht genug geschätzt wird. Achtet mal bewusst darauf, wie lahm die ein oder andere Szene ohne Musik wäre. Die Musik in „Codename U.N.C.L.E.“ ist auch echt mal durchdacht. Im alten Ost-Berlin wird deutscher Schlager gespielt und in Rom läuft, was ich gerne „60’s-Pop“ nenne.

Fazit:

Der Brite spielt einen Amerikaner. Der Amerikaner spielt einen Russen. Die Schwedin spielt eine Deutsche …wait, whaaat?

Wer einen knallharten Actionfilm mit vielen Explosionen, Mord und Todschlag erwartet, wird hier wahrscheinlich etwas enttäuscht sein (aber hey: wir sind hier im Genre „Komödie“ … deal with it!) Andernfalls ist der Film wirklich gut und unterhaltsam. Wir haben gute Musik, eine schöne Kulisse mit tollen Schauspielern und unglaublichen Kostümen. Das Zusammenspiel von vermeintlichen Gegensätzen (das ernste Verhältnis der Supermächte & der Versuch die Welt zu retten auf der einen Seite und die Ironie und das gegenseitige Agenten-„Mobbing“ auf der anderen Seite) macht die Sache total charmant und unterhaltsam.

Das Rad wird in diesem Film sicher nicht neu erfunden und man darf auch nicht auf den tiefgründigsten und kompliziertesten Plot warten, denn wir haben hier einen klassischen Unterhaltungsfilm, typisches Popcorn-Kino… und so verkauft sich „Codename U.N.C.L.E.“ auch verdammt gut!! Der Cliffhanger am Ende des Filmes lässt auf eine Fortsetzung hoffen, allerdings ist diese wohl noch nicht in Planung. Man darf gespannt sein, wie/ob die Story weitergeht.

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